Massenheimer Auenkunst

Lilau (Markus Bäcker): Elemente

Lilau (Markus Bäcker), Elemente, Pierre de Soleil, 2021/22, H 230 cm


Wer im rheinland-pfälzischen Oberen Glantal schon einmal am malerischen Ohmbachsee war, kann seit dem Jahr 2015 faszinierende Skulpturen des Künstlers Lilau entdecken. Hinter ihm verbirgt sich Markus Bäcker, der dieses Herzensprojekt mit der Verbandsgemeinde Oberes Glantal initiiert hat. Er wollte etwas seiner geliebten Heimat zurückgeben, die er landschaftlich zutiefst schätzt. Durch die dortige Skulptur „Heimat“ aus pfälzischen Buntsandstein fällt der Blick durch einen „Rahmen“ auf den See und soll zeigen, wie schön dieses Stück Erde ist. Was ich nur unterstreichen kann. Eine weitere 3 m hohe Skulptur „Elemente“ aus dem hellen französischen Kalkstein „pierre de soleil“ (Metz) mit vielen Öffnungen nimmt den Dialog mit dem See auf ihre Weise auf: Sie erinnert mit ihren vielen Öffnungen an Wasser, das durch seinen stetigen Fluss den Stein höhlt und formt. Unsere „Elemente“-Figur aus dem gleichen Stein stellt eine junge Schwester in anderer Anmutung dar. Auch hier fließt alles und spiegelt das „Panta Rhein“-Prinzip des Lebens wider, das auch den Künstler
prägt: Alles fließt, alles ist wandelbar wie das Leben. Eine Einsicht, die seit dem antiken Philosophen Heraklit viele Künstler bewegt.


Der Titel weist einen Interpretationspfad: Die Elemente des Wassers sind unser Lebensquell. Schon der Naturphilosoph Empedokles war überzeugt, dass alles Seiende durch die Mischung der vier Elemente entsteht: Wasser, Luft, Feuer, Erde. Durch stetes Fließen des Wassers können sich Formen des Steines wandeln. Dieser Erscheinung gibt Lilau eine dreidimensionale Chiffre. Aber nicht als Abbild der Natur, sondern wie die Natur schafft er – ganz in der Traditionslinie eines Hans Arp.

Markus Bäcker hat das Glück, dass er in völliger Freiheit gestalten kann – existentiell ist er nicht auf die Verkäufe seiner Werke angewiesen; dennoch sind sie europaweit verkauft mit Schwerpunkt in Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Regelmäßig ist er zudem auf der Art Karlsruhe vertreten. Gänzlich frei arbeiten und denken zu dürfen, sind die Grundbedingungen seines Schaffens. Er lebt in seinem Atelier am Ohmbachsee, hat sein eigenes Wäldchen vor der Haustür, aus dem er das Material seiner Holzskulpturen gewinnt. Faszinierend ist, wie sich „Lilau“ in die Materialien seiner Werke einfühlt. Unser Stein ist schwer, wirkt aber unheimlich leicht durch die Bearbeitung. Stein ist dabei nicht gleich Stein. Jeder Stein gibt seine Form in gewisser Weise vor. Um dies zu untermauern, vergleichen Sie diesen französischen Kalkstein mit seiner Marmorskulptur „Struktur“, die seit 2021 hier in der Aue steht.

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Text: © Dr. Astrid von Luxburg
www.kultur-erlebnis.de
Idee, Fotos und Gestaltung:
Klaus Knorr
Audioguide: Friedemann Kuhl
IT-Unterstützung: Adrian Knorr
Kontakt: info@kpknorr.de

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