Massenheimer Auenkunst

Susan Geel: Raumwelten IV B

Susan Geel: Raumwelten lV B (wegen Vandalismus),
Terracotta, 2012/2017

Susan Geel

Mit diesem für die Aue neuen Material haben wir über den Vandalismus triumphiert. Die erste Raumwelt von Susan Geel, 2016 ausgestellt, wurde Opfer von Gewalt. Aber diese hier steht seitdem unberührt unter Plexiglas, dieser Schutz muss sein!

Die Schweizer Künstlerin wirkt in Rheinhessen. In Flonheim arbeitet sie in Ateliergemeinschaft mit dem berühmten Künstler Prof. Eberhard Linke in einem ehemaligen Winzergehöft, aus dem ein beeindruckender Atelier- und Skulpturenpark geschaffen wurde und das Sitz der Eberhard und Barbara Linke-Stiftung ist.

Besonders die Förderung junger Künstler und die Vermittlung des Hohlaufbaues von Terrakotta-Plastiken ist das Anliegen dieser Stiftung. Womit wir wieder bei Susan Geel, Vorstandsmitglied der Eberhard und Barbara Linke-Stiftung und ihren »Raumwelten lV B« wären.

Das Werk ist natürlich auch im Hohlaufbau entstanden. Bei diesem arbeitet sich die Künstlerin wie bei einem Haus von unten nach oben, da der Ton, damit er hält, erst antrocknen muss, bevor die nächste Schicht nach oben angegangen werden kann.

Bis zu zwei Meter hohe Skulpturen erschafft Geel in mehreren Teilen in dieser Arbeitsweise, die im Innern mit Tonführungen verbunden, also ineinander steckbar und getrennt wunderbar transportabel sind. Möglich ist dies durch den besonderen Ofen im Flonheimer Atelier, der einen Quadratmeter umfasst und das Brennen von bis zu einem Meter großen Teilen ermöglicht. Da der Ofen mit Gas heizt, stellt er diese schöne Patina her. Ton ist eigentlich recht spröde und würde sich in einem Elektroofen eher rot verfärben. Durch das Gas verwandelt er sich anthrazitfarben.

Und natürlich hat Susan Geel künstlerisch Hand angelegt und mit Glasuren und Engoben, also einer mineralischen Angussmasse, die mitgebrannt wird, diese schönen Kontraste geschaffen. Das Blau transportiert am besten den Unterschied zwischen lnnen- und Außenwelt.

Die Frage, die sich Geel stellt, ist, wie sie den Körper nicht einfach als ästhetisches Objekt, sondern mit weiteren Implikationen darstellen kann. Wie er mit der Umwelt in Kontakt tritt, mit all seiner Verletzlichkeit, seiner Intimität, also Innenwelt und seinem Sein, also Außenwelt; und diese Kontaktaufnahme der Innen- und Außenwelt mit dem Umraum und mit uns – ergab den Titel Raumwelten.

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Susan Geel
Elisabethenstraße 5 | 55130 Mainz
http://www.susangeel.de/

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Text: © Dr. Astrid von Luxburg
www.kultur-erlebnis.de
Idee, Fotos und Gestaltung:
> Klaus Knorr
> Jörg Schatz
> Irene Utter
IT-Unterstützung: Adrian Knorr
Kontakt: info@kpknorr.de

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