Massenheimer Auenkunst

Benedetta von Collenberg: Kriegspferd

Benedetta von Collenberg, Kriegspferd, Ahorn/Farbe, 2013/2022


In Solms-Laubach war Benedetta von Collenberg 6 Jahre lang bis 2014 „artist in residence“ beim kunstsinnigen Grafen Karl-Georg zu Solms-Laubach und hat regelmäßig an den unter seiner Schirmherrschaft stehenden Künstlersymposien teilgenommen. Ihm ist sie heute noch zu großem Dank verpflichtet: 6 Jahre konnte sie umsonst im Nebengebäude wohnen, ihr Arbeitsplatz war groß genug und das Holz für ihre Skulpturen kam aus den Solmser bzw. Laubacher Wäldern.


Auch das „Kriegspferd“ ist in dieser Zeit entstanden (2013). Wie man an der zweiten Jahreszahl sieht, hat es speziell für die Aue ein neues Gesicht erhalten.

Es symbolisiert Leben, das im Krieg sinnlos zerstört wird – Leben aller Art: Mensch, Tier, Pflanze, …

Von Collenberg hat als Städel-Abendschülerin bei Monika Romstein, Anne Reda (Bildhauerei) und Nicole von den Plas (Malerei) 2004-07 gelernt, was nicht geht. Holz ist eines ihrer liebsten Materialien: Es ist nicht teuer, kommuniziert und nimmt es nicht übel, wenn man es mit anderen Materialien kombiniert. Als lebendes Material ist es ideal für einen Pferdekopf geeignet. Ahornholz ist dabei gut für Außenskulpturen, da witterungsbeständig. Wie hat man sich den Arbeitsprozess vorzustellen? Zunächst wächst eine Idee für das bestimmte Holz. Von Collenberg nimmt im übrigen immer nur Kernholz, dann macht sich die Künstlerin mit Kettensäge ans Werk, wie bei einer Skizze: Nicht am Stück, sondern mit Pausen setzt sie erneut bei bestimmten Schnitten des Kopfes an. Beitel und Stemmeisen lehnt sie ab: „Da würde ich mich zu sehr ins Detail verlieren oder in Oberammergau landen.“ Ein Arbeiten mit Kettensäge heißt also nicht, dass alles ganz schnell von statten geht. Im Gegenteil: Die Idee muss reifen, das Werk muss auch einmal ruhen. In dieser Zeit arbeitet die Bildhauerin parallel an ein bis zwei anderen Werken, geht in sich, um der Inspiration freien Lauf zu lassen. Drei bis sechs Wochen Arbeitszeit gehen daher schon für eine Skulptur ins Land.

Unser Kriegspferd gewinnt seine Ausstrahlung durch die Bearbeitung sowie den Materialkontrast: Blaue Farbe sowie eine rote „Blutbahn“. Den Ahorn-Stamm hat Collenberg mit verschiedenen tiefen Schnitten grob bearbeitet. Durch den Einsatz diverser Schleifwerkzeuge, d.h. durch kleinere und größere Flexscheiben, kann sie die Körnung wie bei einem Schleifpapier variieren und zu teils feineren Gestaltungen finden. Zudem liebt sie die Sägekette, die sehr schnelle Umdrehungen macht und die ihr Respekt, aber keine Angst einflößt.

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Kontakt:
Benetta von Collenberg
Bildhauerin/ Malerin
0163 7964198 | omnessancti@web.de
35315 Homberg (Ohm) | Zum Gänsholz

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Text: © Dr. Astrid von Luxburg
www.kultur-erlebnis.de
Idee, Fotos und Gestaltung:
Klaus Knorr
Audioguide: Friedemann Kuhl
IT-Unterstützung: Adrian Knorr
Kontakt: info@kpknorr.de

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