Massenheimer Auenkunst

Benedetta von Collenberg: Das letzte Eis

Benedetta von Collenberg: Das letzte Eis (no ice – no future), 2010/2019

Mit dem »letzten Eis« haben wir die zweite Skulptur der bei Marburg (Niederofleiden/Homberg) lebenden Künstlerin in der Aue; diesmal aber kein Lärchenholz, sondern den Stamm der Wildkirsche aus dem Laubacher Wald: Das Holzstück war von einem abgestorbenen Baum herunter gefallen; nun rettet es das letzte Eis. Mit halbem Körper steht der Reckende schon im Wasser oder Gletscher. Er will unbedingt, auch wenn es mit Schmerzen verbunden ist und eine Gefahr für das eigene Leben darstellt, das letzte Eis retten. Hoffnung besteht: Noch geht er nicht unter.

Von Collenberg liebt den Materialmix mit Holz und die Arbeit mit der Kettensäge. Hier hat sie den Wildkirschen-Stamm mit verschiedenen tiefen Schnitten grob bearbeitet. Durch den Einsatz diverser Schleifwerkzeuge, d.h. durch kleinere und größere Flexscheiben, kann sie die Körnung wie bei einem Schleifpapier variieren und zu teils feineren Gestaltungen finden. Zudem liebt sie die Sägekette, die sehr schnelle Umdrehungen macht und die ihr Respekt, aber keine Angst einflößt. Sonst wären ihr schon die Finger »abgeflogen«.

Kunst im öffentlichen Raum ist ständig von Vandalismus bedroht. Auch dieses Kunstwerk wurde beschädigt. Das Eis (Bergkristall) wurde herausgebrochen – inzwischen wieder ergänzt.Für wie lange? Vielleicht auch eine Metapher zur Klimakatastrophe.

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Text: © Dr. Astrid von Luxburg
www.kultur-erlebnis.de
Idee, Fotos und Gestaltung:
> Klaus Knorr
> Jörg Schatz
> Irene Utter
IT-Unterstützung: Adrian Knorr
Kontakt: info@kpknorr.de

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